Anne Frank Haus - Geschichte zum Anfassen

Das berühmte Haus an der Prinsengracht, in dem sich Anne Frank vor den Nazis versteckte und ihr weltberühmtes Tagebuch schrieb, ist eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten in Amsterdam. Hier findest du wertvolle Tipps und erfährst, wie du die lange Schlange vor dem Eingang umgehst.

Besucherandrang vor dem Anne Frank Haus - Foto: Bogdan Migulski - CC

Am Original-Schauplatz mit vielen persönlichen Gegenständen kannst du das bedrückende Schicksal der Bewohner des Anne Frank Haus nachvollziehen.

Ausnahmen bei den Öffnungszeiten: 1. Januar 12.00 bis 19.00 Uhr, 4. Mai 9.00 bis 19.00 Uhr, 4. Juni 9.00 bis 19.00 Uhr, Geschlossen an Jom Kippur (Großer Versöhnungstag), 7. November 9.00 bis 18.00 Uhr, 25. Dezember 12.00 bis 17.00 Uhr, 31. Dezember 9.00 bis 17.00 Uhr.

Wie komme ich zum Anne-Frank-Haus?

Vom Zentrum aus ist das Anne Frank Museum sehr einfach zu Fuß zu erreichen. Vom Hauptbahnhof läufst du ungefähr zwanzig Minuten.

Route zum Anne-Frank-Haus - Drücken zum Aktivieren

Wenn du mit dem Bus oder mit der Straßenbahn fahren möchtest, ist „Westermarkt“ die nächste Haltestelle. Busse: 170, 172 und 174. Sraßenbahnen: 13, 14, 17. Anne Frank Haus auf der Karte anzeigen.

Tipp

Meist gibt es vor dem Anne Frank Haus eine sehr lange Schlange mit langer Wartezeit (oft mehr als 2 Stunden). Wir empfehlen, das Museum eine Stunde vor Öffnung, oder nach 18.00 Uhr zu besuchen. Noch besser: Tickets online kaufen und reservieren.

Anne Frank Haus – Ein Denkmal gegen das Vergessen

An Anne Franks Geschichte lässt sich die schrecklich Tragweite des Naziterrors im dritten Reich erkennen – Millionen europäischer Juden erlitten, während der Naziherrschaft, gleiche oder ähnliche tragische Schicksale.

Schlange vor dem Anne-Frank-Museum - Foto: Guilhem Vellut - CC

Das Anne Frank Haus wurde 1957 von Annes Vater und einigen Mitstreitern vor dem Verfall gerettet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ihr Ziel war es, junge Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammenzubringen und gegen Intoleranz und Rassismus zu kämpfen.

Einrichtung wurde liebevoll restauriert

Viele Möbel im Haus wurden damals zerstört oder gestohlen. Die Einrichtung konnte aber zum Teil rekonstruiert werden und es werden viele persönliche Gegenstände der Versteckten gezeigt. Videos mit beeindruckenden Geschichten von Zeitzeugen runden die Ausstellung ab.

Ein Besuch regt zum Nachdenken an

Als Besucher kannst du die bedrückende Enge im Versteck nachfühlen. Kannst du dir vorstellen, dich hier zwei Jahre zu verstecken, immer mit der Angst entdeckt und umgebracht zu werden? Auf jeden Fall verlassen die meisten Besucher das Anne Frank Haus sehr nachdenklich.

Anne Franks berührende Geschichte

Bevor die Nationalsozialisten Ihr Leben und ihre Familie komplett zerstörten, lebte Anne Frank ein unbeschwertes Leben in Frankfurt.

Anne-Frank-Street-Art - Foto: Mike Seidman - CC

1933 kamen in Deutschland die Nazis an die Macht. Für die deutschen Juden wurde das Leben in ihrer Heimat bald lebensgefährlich. Die Familie Frank entscheidet sich, in die Niederlande zu fliehen.

Den Franks gefällt es in Amsterdam. Die Töchter Anne und Margot haben viele Freunde. Beruflich läuft es für den Vater sehr gut. Er baut mit einem Gewürzhandel seine eigene Firma auf. Die Familie fühlt sich sicher und möchte bleiben.

Als im Mai 1940 die Nazis in den Niederlanden einmarschieren, gerät die Welt der Familie Frank erneut ins Wanken. Was tun, wenn grausame Verfolgung, Deportation und Ermordung drohen?

Die Flucht aus den besetzen Niederlanden wurde für die Franks bald unmöglich. Aus Angst beschließt Annes Vater, mit seiner Familie unterzutauchen.

Versteck im Hinterhaus

Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner und einigen Angestellten richtete Annes Vater, im winzigen Hinterhaus des Firmengebäudes, ein Versteck ein. Der geheime Zugang war mit einem Bücherregal getarnt.

8 Menschen, 75 m², 2 Jahre

In diesem engen Versteck lebten ab dem 6. Juli 1942 acht Menschen (die Franks und eine weitere Familie) auf nur 75 m² über fast 2 Jahre. Die Bewohner hatten kaum Privatsphäre, mussten sich mucksmäuschenstill verhalten durften das Versteck nicht verlassen.

Besonders für die lebenslustige Anne muss das Leben im Untergrund langweilig und erdrückend gewesen sein. Um sich die Zeit zu vertreiben, las Anne viel und entwickelte sich zur ambitionierten Schriftstellerin. So entstand während der Zeit im Versteck ihr berühmtes Tagebuch. Dieses beeindruckende Zeitdokument prägte das Bewusstsein der Welt über die grausame Verfolgung der Juden im dritten Reich.

Grausames Ende – Tod im KZ

Sicher bekamen Anne und die anderen Bewohner im Versteck mit, dass auf Juden in Amsterdam Kopfgelder ausgesetzt wurden. Die Hoffnungslosigkeit und Angst unter den Versteckten muss unerträglich gewesen sein.

Einige Tage vor der Verhaftung aller Bewohner des Hinterhauses am 4. August 1944 schrieb Anne Frank den letzten Eintrag in ihr Tagebuch. Das Versteck wurde verraten.

Anne Frank starb im Alter von 15 Jahren

Die Verhafteten wurden per Bahn in das KZ Ausschwitz gebracht. Anne wurde nicht, wie einige der anderen, gleich ermordet. Nach einiger Zeit wurde sie in das KZ Bergen-Belsen verlegt und starb dort, geschwächt durch Hunger und den miserablen, hygienischen Bedingungen an Typhus.

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