Rotlichtviertel Amsterdam - Der ultimative Guide

Das Rotlichtviertel von Amsterdam gilt als das Sexparadies Europas. Gleichzeitig ist es einer der schönsten und ältesten Stadtteile. In unserem Guide stellen wir die Highlights vor und verraten, was du bei einem Besuch unbedingt beachten solltest.

Rotlichtviertel Amsterdam

Das Rotlichtviertel von Amsterdam - Sündige Meile zwischen den Grachten

Halbnackte Schönheiten in Schaufenstern und durch die rot beleuchteten Gassen wabert der Geruch der Sünde. Hier eine urige Eckkneipe – dort eine Live-Sex-Show mit eindeutigen Neonreklamen. So stellst du dir das Rotlichtviertel in Amsterdam vor?

Im Großen und Ganzen liegst du damit genau richtig!

Amsterdams Rotlichtbezirk (De Wallen) befindet sich ganz in der Nähe vom Hauptbahnhof.

Das Rotlichtviertel zieht jedes Jahr Millionen vergnügungshungrige Touristen an. Genau wie auf der Hamburger Reeperbahn sind längst nicht alle Besucher perverse oder potentielle Freier.

Am Wochenende ist das Rotlichtviertel brechend voll

Pärchen schauen sich eine Sex-Show an und Junggesellenabschiede machen die Strip-Clubs unsicher. Etablissements wie die legendäre „Bananenbar“ werben mit Leuchtreklamen um Kunden - prickelnde Erotik in allen Geschmacksrichtungen.

In solchen Schaufenstern bieten die Prostituierten ihre Dienste an

Unverbindlicher Sex zu erschwinglichen Preisen. Dieses Konzept ist seit Jahrhunderten ein Garant für gute Geschäfte. In den schmalen Gassen des Rotlichtbezirks findest du alle vorstellbaren (und unvorstellbaren) Arten von sexuellen Dienstleistungen. Normalerweise verlangen die Damen zwischen 50€ und 100€ für 15 - 20 Minuten.

Tipp - Buche einen Guide

Bei einer geführten Tour kannst du die Highlights im Rotlichtviertel mit den Augen eines Einheimischen entdecken. Symphatische Guides, Insider-Infos und faire Preise - wir empfehlen dir die 2 stündige Führung von Get Your Guide. Tickets online kaufen und reservieren.

Im nächsten Teil erfährst du, wo du das Rotlichtviertel findest und erhältst Tipps für die besten Strip-Clubs, Sex-Shows und Pubs. Zum Schluss werfen wir noch einen kritischen Blick auf das Thema Prostitution in Amsterdam.

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Verhaltensregeln für das Rotlichtviertel von Amsterdam

Aus Respekt für die Sex Worker und zu deiner eigenen Sicherheit, solltest du einige Regeln beachten. Im folgenden Abschnitt erfährst du auch, wie das Geschäft zwischen Freiern und Prostituierten funktioniert.

Prostituierte im Rotlichtviertel von Amsterdam

Fensterprostitution in De Wallen - Foto: © Anna Belkina Spb

Obwohl sich das Red Light District wie eine große Touristenattraktion anfühlt, solltest du immer daran denken, dass Prostitution eine ernste Sache ist. Besonders für die Frauen, die dort arbeiten um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Das sind die Regeln im Rotlichtviertel von Amsterdam

  • Wir empfehlen einen Besuch nach Sonnenuntergang - ab 23 Uhr erwacht das Rotlichtviertel erst richtig zum Leben.
  • Keine Fotos! - Die Türsteher und Damen können sehr gereizt reagieren. Im besten Fall landet deine Kamera in einer Gracht.
  • Bitte nicht stören - Wenn in einem roten Schaufenster der Vorhang zu ist, ist die Dame gerade beschäftigt.
  • Was bedeutet ein blaues Licht im Schaufenster? - Das bedeutet, dass es sich um eine transsexuelle Prostituierte handelt.
  • Behandle die Damen respektvoll - Anschauen ist umsonst. Anfassen nur mit Einverständnis – und gegen Bares.
  • Lärm vermeiden - Ob du es glaubst, oder nicht. In De Wallen wohnen viele ganz normale Menschen, die morgens früh zur Arbeit müssen.
  • Vorsicht vor Taschendieben - Besonders abends sind die Gassen im Rotlichtviertel oft sehr voll. Das nutzen Taschendiebe gerne aus. Behalte deine Wertsachen immer im Auge!

Flirten und viel nackte Haut. Für manche Damen reichen aufreizende Dessous, andere locken Freier mit derben Sprüchen. Wenn sich ein Freier für eine Dame interessiert, klopft er an das Fenster. Erstmal wird kurz verhandelt. Der Standard ist Oral-Sex und Geschlechtsverkehr. Wenn sich beide einig sind, schließt sich der rote Samtvorhang.

So funktioniert das Geschäft zwischen Freiern und Prostituierten

Das Ganze natürlich immer nur mit Kondom. Wenn ein Freier länger bleiben möchte, wird es teurer. Küssen ist für die meisten Damen tabu, weil zu intim. Ansonsten ist fast alles möglich. Auf Nachfrage zählen die Damen alle Extras und die zugehörigen Preise auf. Alles ist Verhandlungssache. Aber Vorsicht! Einen zu niedrigen Preis zu bieten gilt als ziemlich respektlos.

Lies weiter und erfahre, wie du ins Rotlichtviertel kommst. Auf unserer Karte haben wir die beste Route für einen spannenden Rotlichtspaziergang eingezeichnet.

Wie komme ich ins Rotlichtviertel von Amsterdam?

Vom Hauptbahnhof aus bist du ganz schnell im Red Light District. Als Orientierungspunkt kannst du immer die „Oude Kerk“ (alte Kirche) im Auge behalten. Die liegt mitten drin. Den schmalen, verschnörkelten Turm erkennst du sofort, wenn du vom Hauptbahnhof aus, leicht nach links schaust.

Zum Aktivieren der Karte, auf das Bild drücken

Gehe aus dem Hauptbahnhof raus, geradeaus und überquere die große Kreuzung (Prins Hendrikkade). Gehe jetzt links über die Brücke, ungefähr 50 Meter. Jetzt nicht der Hauptstraße folgen, sondern geradeaus in den schmalen Nieuwebrugsteeg. Folge der Gasse bis du an eine Gracht kommst – das ist der „Oudezijds Voorburgwal“.

Die perfekte Route durch das Red Light District

Den Oudezijds Voorburgwal musst du jetzt nur noch entlanggehen, bis du zur Oude Kerk kommst. Hier beginnt das Rotlichtviertel. Die andere Hauptgracht im Rotlichtviertel ist der "Oudezijds Achterburgwal".

Die beiden Grachten verlaufen parallel zueinander. Du kannst also einfach ein Stück gehen, eine Brücke überqueren und an der Parallelgracht zurück laufen - schon hast du die perfekte Route durch das Rotlichtviertel. Unser Tipp: Erkunde die schmalen Gassen zwischen den Grachten – vielleicht entdeckst du die ein oder andere Überraschung. Route auf Karte anzeigen.

Strip-Clubs, Sex-Shows & Pubs - Unsere Highlights

Natürlich findest du im Rotlichtviertel Touristenfallen ohne Ende. Hier haben Generationen von Seemännern ihre letzten Gulden in den Höschen von Stripperinnen versenkt. Trotzdem ist es den Spass wert. Wir haben die besten Bars, Strip-Clubs und Sex-Shows für dich gecheckt.

Highlights im Red Light District - zum Aktivieren, drücken

The Old Sailor – uriges Pub: Die beste Seemannskaschemme im Rotlichtviertel. Das Pub ist abends brechend voll und du findest schnell Kontakte mit anderen Besuchern. Faire Preise, nettes Personal - genau richtig für ein kaltes Bier, bevor du ins Amsterdamer Nachtleben startest. Oudezijds Achterburgwal 39-A, an der Brücke Richtung Oude Kerk.

Bananenbar – unterhaltsamer Strip-Club: Die legendäre Strip-Bar ist eine witzige Mischung aus halbnackten Girls, Touristen, Bananen und Alkohol. Am Eingang bezahlst du 60€ für eine Stunde, inklusive Getränken - ein guter Deal für schnelle Trinker. Die Special-Show mit den Bananen kostet extra. Dafür ist die Banane im Preis enthalten. Oudezijds Achterburgwal 37.

Sex Palace – Peep Show: Die letzte Peep-Show in Amsterdam. Hier bezahlst du 2€ für 2 Minuten in einer Kabine. Die Kabinen sind im Kreis um eine runde Show-Bühne angeordnet. Durch ein Guck-Fenster kannst du die Show der Tänzerinnen genießen. Peep-Shows sind ein Teil der Geschichte des Rotlichtviertels von Amsterdam. Den Spaß solltest du dir auf jeden Fall gönnen, solange es noch geht. Gerüchteweise soll auch das Sex Palace bald schließen. Oudezijds Achterburgwal 84, 1012 DT Amsterdam.

Sex Palace - Peep-Show im Red Light District - Foto: Franklin Heijnen - CC

La Vie en Proost – Table-Dance-Bar: Unser Geheimtipp. Die Topless-Bar liegt versteckt in einer schmalen, rotbeleucheten Gasse. Der Eintritt kostet nur 5€. Die Drinks sind dafür sündhaft teuer. Hübsche Mädels ziehen sich zwischen den Gästen und auf der Theke, bis auf den Slip aus – hier kommt echtes Rotlicht-Feeling auf. Wenn du eines der Mädels ganz nackt sehen möchtest, musst du 20€ für einen Lap-Dance hinblättern. Bethlehemsteeg 23, 1012 JA Amsterdam.

Cannabis College – Alles über Gras: Zunächst Mal gibt es nicht viel zu sehen. Glasvitrinen mit Infomaterialien und eine gemütliche Sitzecke. Wenn du dich jedoch mit dem Personal unterhältst, bekommst du geballtes Wissen über die grüne Kulturpflanze. Außerdem kannst du einen Vapourizer, als alternative Rauchmethode ausprobieren. Im Keller findest du den Cannabis-Garten. Hier erfährst du alles über Zucht und Anbau unter Kunstlicht – wirklich interessant, das einmal live zu sehen. Oudezijds Achterburgwal 124.

Casa Rosso – Live-Sex-Show: In diesen Shows haben Paare live Sex auf der Bühne und schöne Frauen vollführen erotische Kunststücke. Du sitzt auf einer Bank und schaust zu wie im Kino. Die Casa Rosso ist eine der besseren Shows in Amsterdam. Touristenfalle oder schlüpfrige Unterhaltung? Ob sich die 50€ lohnen, musst du selbst entscheiden. Wir meinen: wenn du schon im Rotlichtviertel bist, solltest du dir auch eine Show anschauen. Den Abend wirst du auf jeden Fall immer in Erinnerung behalten. Ticket online buchen. Oudezijds Achterburgwal 106-108.

Den rosa Elefant kannst du nicht verfehlen - Foto: RNW.org - CC

Red Light Secrets Museum: Eines der berüchtigtsten Bordelle im Rotlichtviertel wurde in ein Museum verwandelt. Rote Schaufenster und schlüpfrige Exponate - alles wurde im ursprünglichen Zustand belassen. Anhand von persönlichen Geschichten erhältst du einen authentischen Einblick in die Arbeit einer Prostituierten. Ticket online buchen. Oudezijds Achterburgwal 60.

Red Light Secrets - Foto: © Resul Muslu

Bleib dran. Im nächsten Abschnitt erhältst du einen Einblick in die Arbeit der Prostituierten und erfährst, warum das Red Light District bald Geschichte sein könnte.

Prostitution in Amsterdam - Ein kritischer Blick

Für die einen ist es reine Ausbeutung von Frauen - für die anderen ein ganz normaler Beruf. Anwohner, Immobilienmakler, Tourismusbranche und Klatschpresse - kaum ein Thema wird derzeit so heiß diskutiert wie das Geschehen im Rotlichtviertel.

Skulptur im Rotlichtviertel von Amsterdam

De Gestreelde Borst - Ein beliebtes Fotomotiv vor der Oude Kerk - Foto: © S-F

Die einen möchten De Wallen am liebsten sofort dicht machen. Die anderen wollen selbstständige und legale Sex Worker mit allen Rechten und Pflichten. Ganz so verhärtet sind die Fronten aber nicht.

400 Schaufenster, 1000 Prostituierte und 200 000 Freier pro Jahr*

Bereits im Jahr 2000 wurde Prostitution in den Niederlanden legalisiert. Alle sind sich einig, dass legale Prostitution besser ist, als ein Straßenstrich mit Zuhältern und viel Zwangsprostitution.

Tipp - Prostitution Information Center (PIC)

Das PIC befindet sich direkt an der Oude Kerk und versteht sich als Informationszentrum für die Besucher des Rotlichtviertels. Bei einer Tour mit einer ehemaligen Prostituierten, erhältst du einen ehrlichen Blick auf die Arbeit im Red Light District.

Heute zahlen die Damen Steuern, arbeiten selbstständig und haben sogar eine eigene Gewerkschaft. Bei der Frage, ob sie einen Zuhälter haben, würden die meisten Damen sofort nein sagen.

Arbeiten die Prostituierten freiwillig?

Freiheit im Job und ein hohes Einkommen. Viele ehemalige Sex Worker sehen sich nicht als Opfer. Die Mitarbeiter im Prostitution Information Center (PIC) sagen: Für die meisten Prostituierten war es eine freie Entscheidung, um unabhängig Geld zu verdienen. Natürlich werden dabei viele von schwierigen Lebensumständen beeinflusst.

Die dunkle Seite der Medaille: Noch immer gibt es Fälle von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Laut einer Untersuchung der UNHCR sind das zwischen 100 und 200 Fälle pro Jahr in den Niederlanden. Die Regierung versucht das Problem mit strikteren Regeln und Gesetzen einzudämmen. So droht Freiern eine Haftstrafe, wenn sie mitbekommen, dass eine Frau unter Zwang arbeitet und das nicht melden.

Wo kommen die Sexarbeiterinnen her?

Vorsichtig geschätzt kommen zwei Drittel nicht aus den Niederlanden. Der größte Teil kommt aus Osteuropa, Afrika und Asien. Insgesamt sind aber fast alle Nationalitäten vertreten.

Was bringt die Zukunft? Stirbt das Rotlichtviertel?

Grölende Touristen, Drogenhandel und Schmuddelimage - vielen ist De Wallen ein Dorn im Auge. Böse Zungen behaupten, dass die Stadtverwaltung rote Schaufenster und Coffeeshops aus dem Zentrum verbannen möchte, um den Wert der teuren Grachtenhäuser zu erhalten.

Vor mehr als 10 Jahren wurde das Projekt 1012 (Das ist die Postleitzahl von De Wallen) ins Leben gerufen, um das Viertel "sauberer" zu machen. Als Folge mussten dutzende Schaufenster schließen. Insgesamt war das Projekt aber nur mäßig erfolgreich.

Auch wenn es aktuell nicht so gut für das Red Light District aussieht : Seit die roten Laternen im Jahr 1811 zum ersten mal legal brannten, hat sich im Rotlichtviertel doch nicht all zu viel verändert.

Für viele Besucher und Einheimische ist das alte Hafenviertel ein Ort der Toleranz und Freiheit. Sie hoffen, dass es als kulturelles Herz von Amsterdam erhalten bleibt.

Das war unsere große Übersicht zum Rotlichtviertel von Amsterdam. Warst du schon dort und hast weitere Tipps? Oder hast du noch Fragen? Dann schreibe einen Kommentar.

* Die Zahlen sind geschätzt

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