Jordaan - Ein Stadtviertel zum verlieben

Der Jordaan ist ein Stadtviertel im Zentrum. Für viele ist es das schönste und authentischste Viertel von Amsterdam. Früher ein Arbeiterviertel, zieht der Jordaan heute vor allem junge, gutverdienende Familien und wohlhabende Geschäftsleute an.

Malerischer geht es nicht - Jordaan

Im Gegensatz zu den Shoppingmeilen und Touristenattraktionen im Grachtengürtel, geht es im Jordaan-Viertel etwas ruhiger zu.

Postkartenmotive, wohin du blickst

Entlang der wunderschönen Grachten stehen unzählige, gepflegte Grachtenhäuser. In den Seitenstraßen findest du schöne Boutiquen und nette Cafés. Die Hausboote in den Grachten des Jordaan-Viertels gelten als die schönsten in Amsterdam.

Jordaan

Adresse:

Zwischen der Brouwersgracht im Norden und der Leidsegracht im Süden.

Position:

Auf Karte anzeigen

Der Jordaan ist so ein Viertel, durch das du einfach so durchschlendern und das Flair genießen kannst. Nirgendwo sonst lernst du das „echte“ Amsterdam so gut kennen und es wird garantiert nie langweilig.

Wie komme ich hin?

Zu Fuß: Vom Hauptbahnhof aus ist Jordaan sehr einfach zu Fuß zu erreichen. Du läufst ungefähr fünfzehn Minuten. Gehe nach rechts und überquere nacheinander die Hauptgrachten des Grachtengürtels: Singel, Herengracht, Keizersgracht und Prinsengracht. Schon bist du im Jordaan. Weg zum Jordaan auf der Karte Anzeigen.

Mit der Straßenbahn: Nimm vom Hauptbahnhof aus die Nummer 13, Richtung Geuzenveld und steige an der Haltestelle "Marnixstraat / Rozengracht" aus.

Vom Arbeiter- zum Nobelviertel

Fäkalien auf den Straßen, große Armut und stinkende Grachten. Der Jordaan war nicht schon immer das malerische Viertel, das wir heute kennen. Im 17. Jahrhundert, während des goldenen Zeitalters erbaut, lebten hier vor allem Handwerker, die für die Erweiterung der Stadt schufteten.

Während und nach dem 2. Weltkrieg war die Lage so dramatisch, dass man das ganze Viertel abreissen wollte. Zum Glück kam alles anders. Nach und nach wurden die schmutzigen Grachten zugeschüttet oder gereinigt, viele Häuser unter Denkmalschutz gestellt und Immobilieninvestoren entdeckten das, jetzt malerische Stadtviertel, als Investitionsobjekt.

Drehung um 180 Grad

Durch den Wandel vom Arbeiter- zum Nobelviertel entstanden aber auch Probleme. Kaum ein alteingesessener Amsterdamer kann sich heute noch die Mieten leisten.

Wunderschöne Grachtenhäuser und Hausboote

Viele Häuser sind nicht einmal mehr bewohnt und gehören Banken oder Versicherungen, die, die noblen Grachtenhäuser als Prestige-Adressen nutzen.

Heute flitzen Bakfiets durch die Straßen

Das alles schlechter als früher ist, kann man aber definitiv nicht sagen. Einige Alteingesessene bewahren den Charakter des Viertels. Viele nette Cafés, Galerien und Geschäfte locken, meist sehr gut verdienende, junge Familien an – eine klasse Mischung.

Bakfiets sind ein beliebte Transportmittel im Viertel

Die Papas und Mamas im Jordaan flitzen in einem Affentempo mit ihren Transporträdern (Bakfiets) und den Kids im Schlepptau, durch die Gassen - Diesen Stadtteil muss man einfach lieben.

Hofjes – Oasen im Hinterhof

Überall im Jordaan verteilt findest du kleine Oasen in den Hinterhöfen der Grachtenhäuser. Die grünen Innenhöfe nennt man Hofjes. Die meisten sind so versteckt, dass du normalerweise einfach daran vorbeigehen würdest.

Viele Hofjes liegen hinter unscheinbaren Türen

Die kleinen Wohnungen um die Innenhöfe dienten früher als Unterkünfte für Bedürftige und wurden im Mittelalter von wohlhabenden Bürgern gestiftet.

Perfekt gepflegter Rasen im Karthuizerhof

Jedes der ungefähr noch 20 in Amsterdam erhaltenen Hofjes hat seinen eigenen Charme. Die meisten sind üppig bepflanzt und werden liebevoll gepflegt.

An jeder Ecke lässt sich eine kleine Welt entdecken

Ein kleines Bänkchen zum entspannen, eine Katze schleicht in einen Hauseingang, ein kunstvolles Fliesenmosaik an der Wand, ein Blick in eine schnuckelige Wohnung mit niedriger Decke und verstaubter Einrichtung – in den Hofjes des Jordaan kannst du dich stundenlang verlieren.

Unsere Lieblings-Hofje

Das Sint Andrieshofje in der Egelantiersgracht 105 ist das älteste Hofje im Jordaan und eines der ältesten überhaupt. Es wurde 1614 gegründet. In diesem streng katholischen Hofje lebten früher vor allem ältere Frauen, die auf Hilfe angewiesen waren.

Der Eingang befindet sich hinter einer unscheinbaren Haustüre an der Egelantiersgracht. Durch einen Korridor mit wunderschön gearbeiteten Delft-Fliesen, gelangst du in den kleinen Innenhof. In dem grün bepflanzte Garten wirkt gibt es eine Wasserpumpe und einen Stein mit der Inschrift „Friede sei mit euch“.

Der Karthuizerhof in der Karthuizerstraat 157 wurde um 1650 erbaut und besteht aus 104 sehr sehr schmalen Häuschen, die um einen großen Innenhof angeordnet sind. Früher bot das Hofje vor allem Witwen mit Kindern ein Zuhause. Auch heute gibt es hier noch einige Sozialwohnungen. Die sind allerdings nicht mehr ganz so klein, da einige Häuser zusammengelegt wurden.

Der Karthuizerhof besteht aus 104 sehr schmalen Häuschen

Vor allem im Sommer ist der üppig bepflanzte Garten eine Augenweide. Sattgrüner Efeu rankt sich über die Hauseingänge und bunte Blumen schmücken die Beete. Garten und Rasenflächen sind mit einem weißen Holzzaun eingefasst und es gibt zwei Brunnen. Überall laden liebevoll dekorierte Plätzchen mit Tischen und Stühlen zum Verweilen ein. Auch einige Katzen leben im Karthuizerhof – mit etwas Glück, begegnest du einer.

Hast du Fragen oder Tipps für andere Reisende? Oder möchtest du uns etwas anderes mitteilen? Wir freuen uns auf deinen Kommentar. Du musst dich übrigens nicht extra anmelden. Pseudonym und E-Mail-Adresse genügen. Setze einfach einen Haken bei "Ich schreibe lieber als Gast".